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Was 216 Milliarden Piraterie-Besuche für Medienunternehmen bedeuten

Was 216 Milliarden Piraterie-Besuche für Medienunternehmen bedeuten

Die Piraterie-Analysten von MUSO haben für 2024 weltweit 216 Milliarden Besuche auf Piraterie-Seiten gezählt. Das sind 5,7 Prozent weniger als die 229 Milliarden im Vorjahr – und immer noch mehr Jahres-Traffic, als die meisten legalen Medienplattformen je sehen werden. Spannend ist für Rechteinhaber aber nicht die Schlagzeilen-Zahl, sondern wohin der Traffic fließt und wie er sich verschiebt.

TV trägt den größten Anteil

Fernsehinhalte zogen 2024 laut den MUSO-Daten 44,6 Prozent aller Piraterie-Besuche an, mit Abstand die größte Kategorie. Film fiel um 18 Prozent, Musik um 19 – was zu günstigem legalem Zugang über Streaming-Abos passt. Der Ausreißer ist Publishing: plus 4,3 Prozent auf 66,4 Milliarden Besuche, wobei Manga allein über 70 Prozent der Kategorie ausmacht. Überall dort, wo legaler Zugang zersplittert ist oder spät kommt, füllt Piraterie die Lücke.

Woher der Traffic kommt

Die USA führen mit 26,7 Milliarden Besuchen, rund 12 Prozent des weltweiten Piraterie-Traffics, gefolgt von Indien mit 17,6 Milliarden. Russland, Indonesien und Vietnam komplettieren die Top 5. Auch kaufkräftige Märkte mit breitem legalem Angebot produzieren riesige Volumina – Verfügbarkeit allein löst das Problem also nicht.

Zum selben Schluss kommt das EU-Markenamt in seinen Langzeitstudien: EU-Internetnutzer kamen in früheren Messzeiträumen auf knapp zehn Zugriffe auf Piraterie-Dienste pro Monat, rund drei Viertel davon per Streaming. Einstellung zur Piraterie, Preisniveau und legale Verfügbarkeit bestimmen zusammen, wie viel in einem Markt piratisiert wird.

Warum die Besuchszahlen untertreiben

MUSO weist selbst darauf hin, dass Website-Besuche nur einen Teil des Bildes zeigen – IPTV-Piraterie läuft an der normalen Web-Messung vorbei. Bei Live-Inhalten wird die Lücke am teuersten: Ein piratisierter Film kostet eine entgangene Leihgebühr. Ein piratisierter Livestream kostet gleichzeitig Abo-Erlöse, Werbereichweite und den Wert der Übertragungslizenz – und verliert innerhalb von Stunden nach dem Event fast seinen gesamten Wert. Enforcement, das Tage braucht, ist gescheitertes Enforcement.

Was das operativ heißt

Aus den Daten folgen drei nüchterne Schlüsse. Erkennung muss dauerhaft laufen, denn 216 Milliarden Besuche kommen nicht von einer festen Seitenliste, die man einmal sperrt. Die Reaktionszeit entscheidet über den Schaden, besonders bei Live-Inhalten, wo Takedowns gegen die Sendezeit laufen. Und Sichtbarkeit in Suchmaschinen zählt genauso viel wie die Datei selbst, weil der größte Teil dieses Traffics mit einer Suche oder einem erreichbaren Link beginnt.

Nach diesem Modell arbeitet auch unser Anti-Piracy-Team: Unsere Systeme haben bisher über 15 Millionen rechtsverletzende Links entfernt, die aktuelle Zahl läuft auf unserer Startseite mit. Medienunternehmen, die den Ansatz am eigenen Katalog sehen wollen, bekommen auf unserer Solutions-Seite einen 30-minütigen Termin mit echten Funden statt Folien.

Piraterie ist 2024 leicht geschrumpft und hat sich sichtbar verschoben. Gewachsen sind genau die Kategorien, in denen legaler Zugang hinterherhängt. Für Rechteinhaber bleibt die unglamouröse Konsequenz: permanent messen, schnell reagieren – und Suchergebnisse als Teil des Spielfelds behandeln.

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